Ästhetische Vielfalt und reicher Erfahrungsschatz

Der Arbeitskreis Senioren- und Generationentheater im LABW wurde bereits in den 90-er Jahren gegründet und besteht momentan aus den Gremiumsmitgliedern Uschi Famers, Jochen Wietershofer und dessen Leiterin Marianne Seidel. In ganz Baden-Württemberg kümmert sich der Arbeitskreis aktuell um etwa 20 Senioren- und Generationentheatergruppen.

Die ästhetische Vielfalt ihrer Theaterformen ist groß. So gibt es neben den „normalen“ Sprechtheatern z.B. auch ein Seniorenkabarett und ein Altentanztheater. Gespielt wird alles, was Spaß macht. Einige Gruppen entwickeln ihre Theaterstücke selbst, andere bevorzugen Autorenstücke. Andere sind mobil unterwegs, andere wiederum haben Unterschlupf an einem festen Theater oder einer anderen Institution gefunden.

Der Arbeitskreis Senioren- und Generationentheater ist die Anlaufstelle im Landesverband Amateurtheater für alle Theaterbegeisterten, die im Herbst des Lebens ihre eigene Spielwut entdecken – und diese gilt es, zu unterstützen. Schließlich geht es darum, dem reichen Erfahrungsschatz der spielenden Seniorinnen und Senioren eine Form zu geben, ihn in Kunst zu verwandeln und diese einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Denn das Theaterspiel der alten Menschen ist ein Sprachrohr, in dem selbstbewusst schlagfertige Antworten auf Jugendwahn, Altersangst und dadurch auch neue Bilder vom Altern in unserer Gesellschaft gesetzt werden.

Darüber hinaus ermöglicht gerade die Distanz des Alters ein souveränes Beleuchten des Hier und Heute. Die Arbeit und das Engagement in den Theatergruppen insgesamt zu fördern, ihre kulturelle und soziale Bedeutung in der Gesellschaft deutlich zu machen, ist deshalb ein wichtiges Anliegen des Arbeitskreises. Denn dass die Alten durch die Authentizität ihrer gelebten Leben auf der Bühne eine große Bereicherung sind, beweisen sie jeden Tag aufs Neue - nur leider oft unbemerkt von der Öffentlichkeit und ohne entsprechende Unterstützung.

Ein weiterer Schwerpunkt des Arbeitskreises ist die kontinuierliche Qualifizierung der Akteure und die Vernetzung ihrer Mitgliedsbühnen. Um dies zu erreichen, wird jedes Jahr ein mehrtägiges Treffen organisiert. Dort werden immer auch mehrere Fortbildungsangebote angeboten und Möglichkeiten geschaffen, miteinander ins Gespräch zu kommen. Dieser künstlerische und soziale Erfahrungsaustausch macht jeden reicher – um Gedanken, Bilder, Erfahrungen, Begegnungen.


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